Verena Randolf – Freelance Journalistin


Interne Turbulenzen, verrückte Lacher, beleidigte Politiker: maschek.redet.drüber. Im Interview mit der WZ.
08/05/2009, 18:10
Abgelegt unter: 4. Maschek, Veröffentlicht

10 Jahre lang ganz schön frech

Ende der 90er: Drei Studenten sitzen in einem verrauchten WG-Zimmer. Zwei Österreicher und ein Deutscher. Bierdosen stapeln sich, Aschenbecher quellen über, im Hintergrund läuft, bei abgestelltem Ton, die Wiederholung einer Parlamentssitzung auf ORF2. Plötzlich hat einer eine Idee.

So oder so ähnlich kann man sie sich vorstellen – die Geburtsstunde des Satiriker-Trios maschek.

10 Jahre nach der feuchtfröhlichen Zusammenkunft sitzen die drei Enddreißiger in einer Ledercouch auf der Bühne des Rabenhoftheaters.

Die Zuschauer verfolgen gebannt eine TV-Übertragung der Regierungsangelobung auf der Leinwand im Hintergrund und viele haben Tränen in den Augen.

Das Lachen kann sich kaum jemand verkneifen, wenn Robert Stachel, Ulrich Salamun und Peter Hörmanseder alias maschek den Politikern ihre Stimmen leihen und Minister, Kanzler und Bundespräsidenten sagen lassen, was die sich vielleicht wirklich denken: „Wenn man sich die Formalakte anschaut, die ja zum Teil wirklich lächerlich sind, ist es den Politikern durchaus zuzutrauen, dass ihnen so etwas ähnliches durch den Kopf geht”, meint Salamun, der Deutsche im Dreiergespann.

Nach der Interpretation der mascheks klingt die innere Stimme Werner Faymanns wie die eines emsigen Volksschülers, der anstatt staatsmännisch zu denken, eher Luftschlösser wie „viel Geld für alle Leute” oder „Alle sollen´s schön haben” gedanklich ausmalt. Doch nicht nur die Größen der heimischen Politik kommen bei maschek.redet.drüber, dem Best-of-Programm der letzten 10 Jahre, zum Zug. Auch internationale Polit-Stars wie US-Präsident Obama, Vladimir Putin oder Fidel Castro werden durch den Kakao gezogen.

„Grundsätzlich würde unser Programm auch in jedem anderen Land funktionieren”, so Peter Hörmanseder, „in Österreich ist aber noch zusätzlich von Vorteil, dass ein paar extreme Knallchargen unterwegs sind.”

Und diese Knallchargen reagieren nie pikiert? „In Kärnten haben wir einmal einen BZÖ-Politiker aus dem Saal gespielt”, meint Robert Stachel und trinkt amüsiert einen Schluck Bier, „aber in Kärnten macht man etwas falsch, wenn es den BZÖlern gefällt.”

Mit gerichtlichen Schritten ist den Dreien bislang noch nie gedroht worden. „Die Leute müssen das aushalten und wir bewegen uns ja im Bereich der Satire. Bei uns ist nichts wirklich klagbar”, so Hörmanseder.

Wenn maschek auftritt, ist alles live und im Gegensatz zu Kabarettisten dürfen sich die Drei keine Fehler erlauben: Die Videoclips im Hintergrund laufen ohne Rücksicht auf Pannen und Patzer weiter. „Circa ein Mal pro Abend hat jeder von uns einen Hänger, dann kann es schon passieren, dass es schwierig wird die Konzentration nicht zu verlieren”, verrät der Welser  Peter Hörmanseder. Und auch das Publikum kann seinen Teil dazu beitragen die Kombo aus dem Konzept zu bringen: „Es gibt wirklich sehr verrückte Lacher, die so ansteckend sind, dass man dann panisch versucht selbst das Lachen zu unterdrücken.”

Momentan touren maschek mit ihrem Best-of-Programm durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Sie verbringen also viel Zeit miteinander. „O ja, wir gehen uns auf die Nerven”, gibt Salamun zu, „da gibt es dann lagerkollerähnliche Zustände und wir sind froh, uns ein paar Tage nicht zu sehen. Trotzdem verbindet uns eine gute Freundschaft”, die die Drei, wenn alles nach Plan läuft, auch zwanzig Jahre nach dem imaginären, studentischen Gelage noch auf die Bühne führen soll.

© Verena Randolf


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